Botox-Tests - Protest gegen Nestlé

pixabay

Nestlé ist in das Antifaltengeschäft eingestiegen. Seine Produkte läßt das Unternehmen vom Hersteller Ipsen produzieren, der nach wie vor Tiertests mit Mäusen durchführt.

Obwohl es längst Alternativmethoden gibt, müssen nach wie vor hunderttausende Mäuse in Tests für Botulinumtoxin, besser bekannt als Botox, sterben. Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein Ende der grausamen Versuche - gemeinsam mit anderen Organisationen der European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE), einer Allianz europäischer Tierschutzorganisationen gegen Tierversuche. Im Fokus steht das Schweizer Lebensmittelunternehmen Nestlé, welches mit dem Botox-Produkt Azzalure groß ins Antifaltengeschäft eingestiegen ist. Nestlé bezieht seine Botox-Produkte von dem in Großbritannien angesiedelten Hersteller Ipsen, der nach Kenntnis der Tierschutzorganisationen immer noch im Tierversuch testet.

Qualvoller Tod für die Schönheit
Getestet wird jede einzelne Produktionseinheit. Gruppen von Mäusen bekommen dabei verschiedene Dosen Botox in die Bauchhöhle injiziert, um die Dosis zu ermitteln, welche 50 Prozent der Tiere tötet. Dieses Prozedere ist mit enormem Leid verbunden: Die Mäuse ersticken langsam durch die Lähmung ihrer Atmungsmuskulatur. „Fühlende Lebewesen sterben einen qualvollen Tod - allein für ein Produkt, das überwiegend zur Glättung von Falten zum Einsatz kommt – das ist nicht akzeptabel“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir können nur an Nestlé appellieren, den Verkauf der Botox-Produkte einzustellen und den Einsatz alternativer Prüfverfahren voranzutreiben, indem beim Hersteller Ipsen entsprechender Druck aufgebaut wird. Ansonsten macht sich Nestlé mitverantwortlich am Leid der Tiere.“

Warum darf Botox noch an Tieren getestet werden?
Der Grund für die Tiertests mit Mäusen ist ein Schlupfloch im Gesetz. Denn neben seiner Anwendung im kosmetischen Bereich wird Botox in geringem Umfang auch für medizinische Zwecke eingesetzt. Da das Produkt nicht auf die Haut aufgetragen, sondern injiziert wird, handelt es sich nach gesetzlicher Definition nicht um ein kosmetisches Produkt.

Alternativmethoden werden bereits genutzt
Anders als Ipsen zeigen einige Hersteller von Botox bereits, dass es auch ohne Tierversuche geht: Beharrliche öffentliche Proteste hatten dazu geführt, dass die Marktführer Allergan und Merz seit 2011 bzw. 2015 anstelle von Tierversuchen Tests mit menschlichen Zellen nutzen.

Zurück

Cookies ermöglichen die Bereitstellung unserer Dienste, mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weiterlesen …