Internationaler Tag des Versuchstiers

Am 24. April ist der Internationale Tag des Versuchstiers. Knapp drei Millionen Tiere leiden und sterben in Deutschland jährlich in Tiertests. Alternative Forschungsmethoden ohne Tierleid sind zwar vorhanden, ihr Einsatz sowie ihre Entwicklung werden jedoch unzureichend gefördert.

Anlässlich des Internationalen Tags des Versuchstiers möchten wir darauf aufmerksam machen, dass in Deutschland immer noch unzählige Tiere in Tierversuchen leiden und sterben müssen. Zwar sind Alternativmethoden zu Tierversuchen bereits in großer Zahl verfügbar oder können entwickelt werden. Damit sie jedoch umfassend anzuwenden sind, wäre eine verstärkte Förderung notwendig. Für den gesamten Alternativmethodenbereich stehen aktuell Gelder von lediglich vier bis fünf Millionen Euro jährlich zur Verfügung, so der Deutsche Tierschutzbund. Demgegenüber stehe beispielsweise allein der 24 Millionen teure Neubau des sogenannten „in vivo-Pathophysiologielabors“ des Berliner Max-Delbrück-Zentrums, dessen Baukosten zu 90 Prozent vom Bund getragen werden. Wie in unzähligen Laboren deutschlandweit würden auch hier Tiere, vorrangig Mäuse, künstlich krankgemacht, um sie als Krankheitsmodelle für den Menschen zu missbrauchen, anstatt moderne, tierleidfreie Forschungsmethoden einzusetzen, so der Verband.

Ausstieg aus Tierversuchen auch für Deutschland gefordert
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes sieht auch für Deutschland die Möglichkeit, Tierversuche abzuschaffen. „Der Ausstieg aus Tierversuchen und eine Wende hin zu einer modernen, tierversuchsfreien Forschung ist machbar. Statt einen Zeitplan zur Umstellung zu erarbeiten, wird die Alternativmethodenforschung in Deutschland nach wie vor stiefmütterlich behandelt. Versuche an Tieren in der Forschung scheinen noch immer höchste Priorität zu genießen. Die Bundesregierung ist nun am Zug: Statt Tierversuche weiter zu fördern, müssen Gelder und Ressourcen mit aller Kraft in tierversuchsfreie Forschung fließen. Dies ist auch einer der Aufträge aus der EU-Tierversuchsrichtlinie.“
 
Niederlande haben Ausstieg bereits geplant
In den Niederlanden wurde bereits ein Ausstieg aus Tierversuchen geplant. Dort hat Landwirtschaftsministers Martijn van Dam im März 2016 das niederländische nationale Komitee für den Schutz von zu wissenschaftlichen Zwecken verwendeten Tieren (NCad - National Committee for the protection of animals used for scientific purposes) damit beauftragt, diesbezüglich einen Zeitplan zu erstellen. Dieser Zeitplan, der Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde, enthält spezifische Empfehlungen zur Beschleunigung des Übergangs von Tierversuchen hin zu innovativen tierleidfreien Forschungsmethoden. So sollen gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche, wie etwa Giftigkeitsprüfungen, bis 2025 durch alternative tierversuchsfreie Methoden ersetzt werden. Für Tierversuche in der Grundlagenforschung wird ein 10-Jahres-Plan aufgestellt.

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