Aus für Oktopus-Farm
Als das Fischereiunternehmen Nueva Pescanova 2021 bekanntgab, künftig etwa 3.000 Tonnen Oktopusfleisch in einer eigens angelegten Aufzuchtfarm auf Gran Canaria zu produzieren, war das Entsetzen groß. Oktopusse zählen zu den intelligentesten wirbellosen Tieren der Welt, sie sind nachtaktive Einzelgänger mit einem nachgewiesenen Schmerz-und Stressempfinden.
Sie gelten jedoch leider auch als Delikatesse: In der Aquakultur in Las Palmas sollten dafür eine Million Tiere zusammen ein einem Becken mit künstlichem Licht gehalten werden. Zahlreiche Experten warnten vor Stress, Aggressionen bis hin zu Kannibalismus. Hinzu kam, dass die Tiere mittels Abkühlung auf -3 Grad getötet werden sollten – eine ethisch mehr als fragwürdige Methode, die den sensiblen Tieren bei vollem Bewusstsein schweres Leid zugefügt hätte.
Der Tierschutz setzt sich durch
Tierschützer kämpften weltweit von Anfang an gegen das Vorhaben und mobilisierten hunderttausende engagierte Menschen für Protestmails. Auch Wissenschaftler äußerten gravierende ethische Bedenken und positionierten sich deutlich. Der Konzern argumentierte hingegen, dass die steigende Nachfrage gedeckt werden könne, ohne wildlebende Bestände zusätzlich zu gefährden. Parallel dazu gab es einen Rechtsstreit über die Umweltverträglichkeit mit der Hafenbehörde in Las Palmas.
Letztendlich zog Nueva Pescanova nach fünf Jahren den Antrag auf die Hafenkonzession zurück. Im Juli gab das Unternehmen bekannt, die Pläne aufzugeben, angeblich aufgrund „wirtschaftlicher und regulatorischer Faktoren“. Dementsprechend betonten die Verantwortlichen auch, dass das Vorhaben möglicherweise an einem anderen Standort erneut geprüft würde.
Zunächst freuen sich Tierschützer und Forscher jedoch über diesen enormen Erfolg!
Weitere Infos: Eurogroup for Animals