Kastration statt Tötung! Demo gegen Hundetötungen
In den letzten Wochen hat die Tötung von Straßenhunden in Rumänien große Aufmerksamkeit in den sozialen Medien erlangt. Hintergrund war eine öffentlichkeitswirksame Initiative von Content Creator Nathan Goldblat; eine TV-Dokumentation soll folgen. Doch die thematisierte Problematik ist keineswegs neu: Der Deutsche Tierschutzbund e. V. setzt sich gemeinsam mit seinem Mitgliedsverein Tierhilfe Hoffnung seit zehn Jahren unermüdlich gegen die Hundetötungen in Rumänien ein.
Wo landen die EU-Fördergelder?
„Die grausame und sinnlose Tötung von Straßenhunden in Rumänien muss ein Ende haben“, fordert Jürgen Plinz, Präsidiumsmitglied des Deutschen Tierschutzbundes und Board Member des europäischen Tierschutz-Dachverbands Eurogroup for Animals. Immer wieder wird auch in Fachkreisen der Verdacht diskutiert, ob die Hundetötungen in Rumänien u.a. durch EU-Steuergelder finanziert werden. Dies konnte jedoch bisher weder bestätigt noch zweifelsfrei ausgeräumt werden.
„Auch wenn die EU versichert, keine Tötungsstationen direkt zu finanzieren, bleibt sie in der Verantwortung. Sollte sich herausstellen, dass Rumänien tatsächlich EU-Fördergelder für Wirtschaft, Tourismus oder zur Tollwutprävention missbräuchlich für die Finanzierung von Fangdiensten oder Tötungsstationen einsetzt, muss die EU diese Mittel stoppen, bis Rumänien Transparenz geschaffen hat“, fordert Plinz. „Steuergelder der europäischen Bürgerinnen und Bürger dürfen weder direkt noch indirekt in solche grausamen Praktiken fließen.“
Kastration als Schlüssel
Nach vielen Jahren des politischen Engagements haben der Deutsche Tierschutzbund und die Tierhilfe Hoffnung im Jahr 2024 ein Modellprojekt rumänischen Landkreis Argeș auf den Weg gebracht, das einen bewährten und tierschutzgerechten Weg als Alternative zu den Tötungen aufzeigt. Mit derzeit bis zu 40.000 Kastrationen pro Jahr, der Einbindung der Bevölkerung und der Unterstützung der nationalen und lokalen Veterinärbehörden ist das Projekt auf einem vielversprechenden Weg zu einem nachhaltigen Populationsmanagement. „Die Kastration ist der Schlüssel im Kampf gegen Leid und Tod der Straßenhunde. Im besten Fall schaffen wir es langfristig, die mehr als 140 Tötungsstationen in Rumänien zu Kastrationszentren umzuwandeln“, sagt Matthias Schmidt, Vorsitzender der Tierhilfe Hoffnung. Der Verein betreibt in Rumänien das weltgrößte Tierheim, in dem derzeit rund 6.000 Hunde untergebracht sind: die Smeura.
Demonstration in Brüssel
Bei einer von Content Creator Nathan Goldblat organisierten Protestaktion gegen die Hundetötungen in Rumänien demonstrieren heute der Deutsche Tierschutzbund und die Tierhilfe Hoffnung gemeinsam mit weiteren Tierschutzorganisationen und Tierschützern vor dem EU-Parlament in Brüssel. Bei der anschließenden Pressekonferenz wird u. a. Matthias Schmidt, Vorsitzender der Tierhilfe Hoffnung, auf dem Podium sitzen und über das gemeinsame Modellprojekt mit dem Deutschen Tierschutzbund berichten.