Kein Karneval der Tiere

Haustiere und Karneval
Symbolbild

In Köln, Düsseldorf oder Mainz wird seit Monaten auf den Straßenkarneval hingefiebert. Die Kostüme sind fertig gebastelt, die neuen Sessions-Hits geübt und die Kneipentickets gekauft. Es wird geschunkelt und auf den Rosenmontagszügen den Wagen zugejubelt. So manch einer denkt deswegen nicht darüber nach, dass laute Musik, Menschenmassen und Kostüme uns Spaß machen können - unseren Hunden und Katzen aber nicht. Schlimmer noch, Haustiere werden verkleidet und z. B. in Kinderwagen mit zu Zügen genommen. Und im Gegensatz zu Menschen können sie das Kostüm weder ausziehen, wenn es sie stört, noch nach Hause gehen, wenn sie die Nase voll haben.

Katze ja, Prinzessin nein

Der Deutsche Tierschutzbund e.V. weist deshalb darauf hin, dass generell darauf verzichtet werden sollte, Tiere in den Karneval einzubeziehen. Diese reagieren auf Verkleidungen und bunten Trubel ängstlich und unsicher; Kostüme sorgen dafür, dass sie missverstanden werden. „Tiere sind keine Karnevalsrequisite – egal, ob für ein Social Media-Foto, für ein Video oder beim Straßenumzug. Was für manche Menschen Spaß ist, bedeutet für viele Hunde und Katzen puren Stress. Kostüme schränken sie in ihrer Bewegungsfreiheit und bei der Kommunikation ein und können Angst auslösen oder sogar gefährlich werden“, sagt Nina Brakebusch, Fachreferentin beim Deutschen Tierschutzbund. „Wer sein Haustier liebt, respektiert seine Bedürfnisse – und lässt es auch an Karneval einfach Tier sein.“

Kostüme stören Körpersprache

Hunde, Katzen und andere Haustiere kommunizieren mit ihren Artgenossen vor allem über ihre Körpersprache. Verdecken Kostüme Teile des Körpers, können Signale wie aufgestellte Nackenhaare oder Bewegungen von Ohren und Schwanz, die womöglich Angst- oder Drohverhalten zeigen, nicht mehr richtig gezeigt und wahrgenommen werden. Dadurch steigt das Risiko von Missverständnissen sowohl im Kontakt mit Artgenossen als auch mit Menschen.

Ungeeignete Materialien

Kleidung am Körper wird von vielen Tieren ohnehin als bedrohlich und unangenehm empfunden. Kostüme können scheuern, die Atmung und Bewegung behindern oder die Temperaturregulation stören. Zudem besteht die Gefahr, dass Tiere an Bändern, Knöpfen oder kleinen Accessoires kauen und diese verschlucken. Viele der verwendeten Materialien in Kostümen enthalten Substanzen, die für Tiere giftig sein können. Auch allergische Reaktionen und Strangulationsgefahr sind nicht auszuschließen.  

Und: Karnevalsumzüge sind aufgrund der Menschenmengen, herumfliegenden Kamelle und der hohen Lautstärke nichts für Tiere. Diese Veranstaltungen sollten daher grundsätzlich ohne Tiere besucht werden.  

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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