Limburg: Keine Gnade für Tauben

Tauben auf dem Dach

Das Schicksal von 200 Tauben in Limburg ist weiterhin ungewiss. Im letzten Jahr war die Tötung der Tiere durch einen Falkner bereits beschlossene Sache, als die Tierschutzgemeinschaft Gut Aiderbichl in letzter Minute anbot die Tiere auf einem Gnadenhof in der Oberpfalz aufzunehmen. Für die Umsiedlung müssten die Tiere jedoch zunächst eingefangen werden.

Der Krimi geht weiter

Tierschutzorganisationen schöpften Hoffnung, doch die scheint nun vergebens. Die Stadt Limburg hatte das Einfangen der Tiere öffentlich ausgeschrieben, dies aber Ende Februar wieder aufgehoben. Nur ein Angebot war eingegangen und dieses lehnte sie aus Kostengründen ab. Trotz massiver Proteste will sie nun die Tötung erneut ausschreiben, da dies dem Bürgerentscheid vom Juni 2024 entspräche.

Keine Einsicht der Stadt Limburg

Der Deutsche Tierschutzbund e.V. kündigte nun Gegenwehr an. Karin Pichl, Fachreferentin für Stadttauben, äußerte sich in einer Mitteilung: „Der Skandal um die Stadttauben in Limburg geht in die nächste Runde: Den 200 geretteten Tauben droht nun doch der Tod. Das ist grausam und sinnlos. Und es zeigt, dass die Stadt Limburg zu keinem Zeitpunkt eine Einsicht hatte, sondern sich angesichts des öffentlichen Drucks lediglich mit einer halbherzigen Scheinlösung eine reine Weste waschen wollte.

Tierschutz kostet Geld. Und die Stadt muss bereit sein, dieses in die Hand zu nehmen. Sobald nur eine Taube getötet wird, werden wir Strafanzeige erstatten. Gleichzeitig muss klar sein: Wer ernsthaft an einer tierschutzgerechten und dauerhaften Lösung interessiert ist, investiert Geld an der richtigen Stelle. Denn mit einer einmaligen Entnahme der Tauben wäre ohnehin nichts gelöst: Die Zahl der Tiere wäre zwar kurzfristig reduziert, würde aber schnell wieder ansteigen. Mit den Kosten für eine Tötung zu argumentieren, ist deshalb nicht nur grausam, sondern auch absurd.

Am besten investiert die Stadt Geld in langfristige Managementmaßnahmen. Denn die einzig sinnvolle, tierschutzgerechte und nachhaltige Lösung ist und bleibt die Errichtung von betreuten Taubenschlägen. Sobald die Tiere dort Eier legen, können diese gegen Attrappen wie Gipseier ausgetauscht werden. So kann die Zahl der Stadttauben nachhaltig reduziert werden.“

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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