Spiel mit mir!

Hund mit Ball

Wer sich einen Hund zulegt, wird mehr gefordert als vielleicht anfangs gedacht. Füttern, Streicheln und Gassigehen gehören zwar unbestritten dazu – reichen aber für eine gute Beziehung offenbar nicht aus. Ein Forschungsteam der schwedischen Universität Linköping fand nun heraus: Ein paar Minuten zusätzliches Spiel pro Tag schaffen dies hingegen durchaus.

Die Studie

Die Wissenschaftler haben dafür einen Fragebogen entwickelt, den Besitzer erwachsener Hunde ausfüllen sollten. Im Anschluss daran wurden die über 400 Mensch-Hund-Paare in drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe spielte vier Wochen lang mehr als sonst, die zweite Gruppe trainierte mit Belohnungen in Form von Leckerlis und die dritte Gruppe machte weiter wie bisher. Nach Ablauf der vier Wochen wurde der Fragebogen erneut ausgefüllt. Das Forschungsteam wertete die Ergebnisse aus und veröffentlichte sie nun Fachjournal „Royal Society Open Science“.

Spiel ist nicht gleich Spiel

Die Rückmeldungen waren verblüffend – und eindeutig. In den Gruppen 2 und 3 zeigte sich keinerlei Veränderung. Die Besitzer der ersten Gruppe berichteten jedoch, dass die Hunde ihnen gegenüber insgesamt positiver wirkten und eigenständig die Initiative zum Spiel ergriffen. Demnach reichten die wenigen Minuten zusätzliches Spiel tatsächlich aus, um die emotionale Bindung zum Hund in dieser Zeit zu verbessern. Lina Roth, Hauptautorin der Studie, betonte jedoch, dass dies nur mit einem Spiel möglich sei, auf das der Hund positiv reagiere. Es reiche nicht aus, einfach nur einen Ball zu werfen. Stattdessen gehe es um soziale Interaktion, z. B. durch Tauziehen, Herumtollen, gegenseitiges Jagen, Verstecken spielen oder Balgen.

Chancen für Hunde aus dem Tierheim

Insbesondere bei Hunden aus dem Tierschutz, die sich auf ein neues Zuhause einstellen müssen, sei dies eine gute Möglichkeit auch im Erwachsenenalter noch eine gute Beziehung aufzubauen. Diese Hunde haben oftmals das wichtige Sozialisierungsfenster als Welpen, in dem sie Beziehungen zu Bezugspersonen aufbauen, verpasst und bekommen so eine neue Chance.

Im Gegensatz zu anderen Tierarten, bei denen die Lust zum Spiel mit dem Alter nachlässt, bleibt diese bei Hunden offenbar erhalten. "Hunde zeigen zwar individuelle Unterschiede in ihrer Verspieltheit, unterscheiden sich aber von den meisten anderen Arten dadurch, dass sie ihr ganzes Leben lang bereitwillig mit Menschen spielen", heißt es in der Studie. Vermutet werde, dass die lebenslange Verspieltheit eine aus der Domestizierung hervorgegangene Anpassung ist, die dazu dient, die emotionale Bindung zum Menschen zu stärken.

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