Wie glücklich ist meine Katze?

Katze wird gestreichelt

Im Jahr 2025 lebte in 43 Prozent aller deutschen Haushalte mindestens ein Heimtier. Insgesamt geht das Marktforschungsinstitut Skopos, das für den Industrieverband Heimtierbedarf e.V. und den Zentralverband der Heimtierbranche e.V. (ZZF) in 5.000 Haushalten eine repräsentative Befragung durchgeführt hat, von 33,4 Millionen Hunden, Katzen, Kleinsäugern und Ziervögeln aus. Fast die Hälfte davon – insgesamt 15,7 Millionen Tiere – sind Katzen. Sie leben in 24 Prozent der deutschen Haushalte. In fast der Hälfte der Haushalte mit Katzen – insgesamt 43 Prozent – lebte wiederum sogar mehr als ein Exemplar.

Studie zur Lebensqualität

Aber wie gut geht es den Stubentigern eigentlich in ihrem Zuhause? Die meisten Katzenbesitzer gehen natürlich davon aus, dass ihre Katze rundum glücklich und zufrieden ist. In einer Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) wurde nun ermittelt, wie realistisch diese Einschätzungen sind. Über 400 Katzenhalter aus Österreich und Deutschland sollten dafür die Lebensqualität ihrer Tiere bewerten. Sie wurden zu Verhalten, Gesundheit, Lebensumfeld sowie der Beziehung der Katzen zu ihren Menschen befragt. Anschließend sollten sie eine Gesamtpunktzahl vergeben. Die persönlichen Einschätzungen wurden von den Wissenschaftlern anhand 54 verschiedener Parameter verglichen, darunter Energielevel, Stimmung, körperliche Verfassung, Appetit und die Qualität der Mensch-Katze-Interaktion.

Die intuitiven Einschätzungen der Besitzer und die fachliche Bewertung lagen in vielen Punkten eng beieinander – sie stimmten jedoch nicht immer überein. So tauchten einige wichtige Faktoren, die das Wohlbefinden einer Katze stark beeinflussen, teilweise nicht auf. Die Katzenhalter konzentrierten sich besonders auf sichtbare und direkte Signale; eine neugierige, aufmerksame und aktive Katze wurde von ihnen automatisch als glücklich eingeschätzt.

Der Einfluss von Körpergewicht und Alter wurden hingegen z. B. von vielen unterschätzt. Obwohl die negativen Folgen von Übergewicht - eine verkürzte Lebensdauer und ein niedrigeres Aktivitätslevel - unumstritten sind, wollen viele dies offenbar nicht wahrhaben. Ältere Katzen, die zunehmend weniger mobil sind, gelten ebenfalls häufig als glücklich – dabei leiden sie nicht selten eher unbemerkt.

Auf leise Hinweise achten

„Katzenhalter und -innen sind wirklich aufmerksam gegenüber ihren Katzen, aber unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass gerade die Dinge, die am ehesten unbemerkt bleiben, diejenigen sind, die sich leise über die Zeit hinweg ansammeln“, erklärt Studien-Erstautor Andrea Sommese vom Zentrum für Tierernährung und Tierschutzwissenschaften der Vetmeduni. „Gewichtszunahme, die Verlangsamung, die mit dem Alter einhergeht, und eine schrittweise Reduktion der Möglichkeiten, sich natürlich zu verhalten. Obwohl keiner dieser Faktoren in der Regel Alarm auslöst, sind sie alle wichtig für das Wohlbefinden.“

Besonders positiv hoben die Forscher hingegen die Rolle der Mensch-Katze-Beziehung hervor. Diese wurde vor allem bei den fachlichen Parametern offensichtlich, z. B. durch liebevolle Interaktionen wie Streicheln, gemeinsames Sitzen oder Sprechen. Auch eine Umgebung, in der Jagen, Klettern, Erkunden und Spielen gefördert wird, sorgt dafür, dass die Lebensqualität der Katze gesteigert wird.

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