Wie musikalisch ist mein Haustier?
Im Internet gibt es jede Menge Videos, in denen Tiere auf Musik reagieren. Manche wippen mit, manche kommen herbeigeeilt und manche entspannen sich. Bei einigen Tierarten hat man dies immer wieder beobachtet; so wippen laut SWR Elefanten beim Rhythmus mit, Kühe produzieren bei langsamer Musik Forschungen zufolge mehr Milch. Für eine japanische Studie wurden Ratten mit Bewegungs-Trackern ausgestattet und zeigten ein angeborenes Taktgefühl, z. B. bei Musik von Mozart, Lady Gaga oder Queen.
Hunde – Musik und Fernsehen
Mit ihrem feinen Gehör empfinden Hunde laute Musik und hohe Frequenzen häufig als unangenehm – dabei ist ihr Verhältnis zu Lautstärke nicht mit unserem zu vergleichen. Was für uns normale Zimmerlautstärke ist, kann für einen Hund schon zu laut sein. Heavy Metal, Techno, Gitarrenriffs oder plötzliche Taktwechsel werden häufig als negativ wahrgenommen. Ruhige, gleichmäßige und tiefe Töne hingegen können hingegen beruhigend und entspannend wirken. Laut verschiedener Studien trifft dies z. B. auf klassische Musik, Naturklänge, Reggae oder Soft Rock zu. In angstbehafteten oder stressigen Situationen können diese Klänge helfen, den Hund zu beruhigen, etwa beim Alleinbleiben, auf dem Weg zum Tierarzt, an Silvester oder während langer Reisen im Auto.
Viele Hundebesitzer beobachten außerdem, dass ihre Hunde auf Bilder und Geräusche beim Fernsehen reagieren. Eine amerikanische Studie der Auburn University hat nun genauer nachgeforscht: Offenbar reagieren etliche Hunde auf den Bildschirm mit Bellen, Schwanzwedeln oder sie schauen gebannt zu. Während lebhafte Hunde, die gerne jagen oder mit Bällen spielen, Interesse an Bewegungen (und Fußballspielen) zeigen, sind ängstliche Hunde besonders sensibel gegenüber Geräuschen.
Katzen – in der Musikauswahl recht eigen
Musik für Menschen kommt bei Katzen in der Regeln nicht so gut an. An der amerikanischen Universität Wisconsin-Madison hat ein Team um Charles Snowden, Professor für Psychologie, kürzlich erforscht, ob es artgerechte Kompositionen für sie gibt. Dafür spielte er laut „Geo“ 47 Katzen jeweils drei Minuten ruhige klassische Musik und die eigens für sie entworfene Musik vor. Die Ergebnisse bei der "Katzenmusik" waren erstaunlich: Die Katzen wirkten entspannt und reagierten positiv, indem sie sich der Quelle näherten und sich an den Lautsprechern rieben.
Die Wissenschaftler hatten sich bei der Komposition an der Wahrnehmung von Katzen orientiert, z. B. am Rhythmus von Kätzchen beim Säugen oder dem Tempo, mit dem eine Katze schnurrt. Als Instrument wurde ein Cello verwendet, Tonhöhen und Tempi wurden elektronisch bearbeitet.