Wie sinnvoll ist ein „Haustier-Führerschein“?

Führerschein alt
Symbolbild

Viele Tierärzte beklagen, dass es nicht genügend Informationsangebote für Menschen gibt, die sich ein Haustier anschaffen möchten. Diese wüssten häufig nicht, was auf sie zukommt, wenn ein Hund, eine Katze oder ein Kleintier einzieht. So kommt es nicht selten u. a. zu falscher und vor allem zu reichlicher Fütterung, ungeplanten Tierarztkosten oder schlicht Überforderung, da man z. B. nicht genügend Zeit für das Tier hat oder mit bestimmten Verhaltensweisen des Tieres nicht umgehen kann. Das Ergebnis ist großes Leid – für Tier und Mensch: Nicht wenige Tiere werden nach einiger Zeit im Tierheim abgegeben – obwohl sie eigentlich geliebt werden.

Verpflichtend oder freiwillig?

Schon seit längerer Zeit fordern deswegen Tierschutzorganisationen und Tierärzte eine Art Führerschein für Haustiere. In Niedersachsen ist der so genannte Hundeführerschein bereits verpflichtend, auch in Bremen wird er im Sommer eingeführt. In Österreich ist er seit Beginn dieses Jahres Gesetz. Die Inhalte sind theoretisch und praktisch, am Ende muss eine Prüfung bestanden werden. Auf dem Leipziger Tierärztekongress gingen die Meinungen bei den anwesenden Tierärzten, Tierschützern und Halterverbänden nun auseinander, ob ein Führerschein für Haustiere auch in ganz Deutschland umgesetzt werden sollte oder nicht.

Viele Vorteile, aber auch Nachteile

Die Pros liegen nach Meinung der Experten klar auf der Hand: Mehr Wissen zum Umgang mit Tieren verhindert Leid und auch dramatische Fälle, bei denen Veterinärämter einschreiten müssen. In der Folge würden auch Kosten der Kommunen reduziert. Denn laut „Tagesschau“ bleiben die Behörden bei Verstößen gegen den Tierschutz häufig auf den Kosten sitzen. Es gibt aber auch Contras: Bei einer gesetzlichen Vorgabe werden eine zu starke Einschränkung der persönlichen Freiheit und ein hoher bürokratischer Aufwand befürchtet. Eine mögliche Alternative wäre ein freiwilliges Modell.

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