Wildtiere in Gefahr

Waldbrand

Im Angesicht von fast 40 Grad in vielen Regionen Deutschlands warnte der Deutsche Tierschutzbund bereits letzte Woche: Hitzewelle und Wassermangel machen Wildtieren in Deutschland massiv zu schaffen. Viele natürliche Wasserstellen seien ausgetrocknet und stünden den Tieren aktuell nicht mehr zur Verfügung.

„Die Kombination aus extremer Hitze und anhaltender Trockenheit ist für viele Wildtiere eine lebensbedrohliche Herausforderung“, sagte Paulina Kuhn, Fachreferentin für Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Wenn selbst im Wald natürliche Bäche, Teiche und kleine Wasserstellen austrocknen, fehlt es den Tieren an wichtigen Möglichkeiten zum Trinken und Abkühlen. Im schlimmsten Fall drohen sie zu verdursten oder zu ersticken. Denn auch Fische und andere Wassertiere leiden unter den sinkenden Wasserständen und den steigenden Wassertemperaturen.  „Besonders gefährdet sind neben wasserlebenden Tieren auch Jungtiere, die noch nicht mobil sind und keine weiter entfernten Wasserstellen aufsuchen können.“

Nahrung und Rückzugsorte werden knapp

Die immer wiederkehrende Hitze sorgte bei vielen Tieren zunehmend auch für Nahrungsmangel. So ziehen sich durch die Trockenheit Regenwürmer sowie Insekten und andere Kriechtiere in tiefere Bodenschichten zurück und sind für Igel und Vögel schwerer erreichbar. Gleichzeitig bieten versiegelte Flächen immer weniger kühle Rückzugsorte für Tiere. Asphalt, Beton und Steine heizen sich stark auf und geben die gespeicherte Wärme bis in die Nacht ab. Jungvögel können durch überhitzte Nester in Bedrängnis geraten und in ihrer Not aus dem Nest springen. Diese Fälle sogenannter „Hitzespringer” häuften sich in den letzten Wochen.

Waldbrände spitzen Situation zu

Ende letzter Woche führte die extreme Hitze und Trockenheit dann zum fast Unvermeidlichen: Sowohl im Hürtgenwald als auch im Hohen Venn im deutsch-belgischen Grenzgebiet breiteten sich Feuer aus. Der Waldbrand in Hürtgenwald tobte auf einer Fläche von 300 qm und ist damit der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Mittlerweile ist die Lage jedoch offenbar unter Kontrolle. Im Hohen Venn steuerte das Feuer in der Nacht von Sonntag auf Montag auf die deutsche Stadt Monschau zu. Auf belgischer Seite ist bereits eine Fläche von mehr als 3.000 qm zerstört worden. Am Morgen sorgte leichter Regen zunächst dafür, dass sich die Flammen nicht weiter ausbreiteten.

Die zahlreichen Wildtiere in den betroffenen Naturschutzgebieten sind jedoch weiterhin in großer Gefahr. Mitarbeiter der ehrenamtlichen Tierrettung, die vor wenigen Wochen in Bordeaux im Einsatz waren, boten deshalb ihre Hilfe an. Auf „t-online“ berichteten sie, dass dort viele Tiere schwere Verbrennungen erlitten hätten, da sie nicht mehr rechtzeitig fliehen konnten. Gleichzeitig verschärfen sich nicht nur Wassermangel und Nahrungsmangel weiter, sondern es droht auch der Verlust des Lebensraums.

Es wird jedoch dringend davor gewarnt, auf eigene Faust loszuziehen und Wildtieren zu helfen. Der Nationalpark Eifel weist auf seiner Website darauf hin, die Wälder in den betroffenen Regionen unbedingt zu meiden. Wer ein hilfsbedürftiges Wildtier findet, meldet dies bitte den Einsatzkräften vor Ort. Auch das Forstamt, die Untere Naturschutzbehörde oder eine Wildtierauffangstation können weiterhelfen. Die Wildtierhotline für den Kreis Düren ist täglich von 7 bis 20 Uhr erreichbar unter: 0800-0060993.

Hinweis: Stand 17. August 2026, Änderungen der Lage jederzeit möglich.
Quellen: Deutscher Tierschutzbund e.V., Nationalpark Eifel

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