Zum Weltvegantag: Weniger Fleisch, weniger Tierleid
Im Jahr 2025 verzehrte jede Person in Deutschland durchschnittlich 54,9 Kilogramm Fleisch - das sind 1,4 Kilogramm mehr als im Vorjahr. Besonders deutlich legte Geflügel zu: Mit 14,7 Kilogramm pro Kopf wurde hier ein neuer trauriger Höchstwert erreicht. „Hinter jedem Stück Fleisch steckt ein Tier, das für die Lebensmittelproduktion gehalten und getötet wird. Dass der Fleischverzehr wieder steigt und insbesondere Geflügel immer häufiger auf dem Teller landet, ist aus Tierschutzsicht ein alarmierendes Signal“, sagt Dr. Isabel Knößlsdorfer, Fachreferentin für Veganismus des Deutschen Tierschutzbundes. Der Verband ruft dazu auf, anlässlich des Weltvegantags pflanzliche Gerichte auszuprobieren und den eigenen Speiseplan häufiger um pflanzliche Alternativen zu ergänzen. „Wer pflanzlich isst, setzt ein Zeichen für konsequenten Tierschutz und kann zugleich etwas für die Umwelt und die eigene Gesundheit tun“, so Knößlsdorfer.
Pflanzlich essen muss nicht teurer sein
Ein möglicher Grund für den steigenden Geflügelverzehr ist laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) der vergleichsweise geringere Preisanstieg gegenüber anderen Fleischsorten. Doch auch pflanzliche Alternativen sind nicht grundsätzlich teurer als tierische Vergleichsprodukte - im Gegenteil. Das zeigt die Preisstudie 2025 der Ernährungsorganisation ProVeg: Erstmals waren pflanzliche Lebensmittel im Durchschnitt fünf Prozent günstiger als ihre tierischen Pendants; bei den untersuchten Discountern lag der Preisvorteil sogar zwischen elf und 18 Prozent.
Vorteile für Tiere, Gesundheit und Umwelt
Neben dem Tierschutzaspekt sprechen auch gesundheitliche und ökologische Aspekte dafür, bei der Ernährung stärker auf pflanzliche Lebensmittel zu setzen. Diese wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen, der Fokus liegt dabei auf gesundheitlichen Aspekten sowie den Auswirkungen auf die Umwelt (siehe dazu auch unseren Beitrag: „Wer vegan lebt, lebt gesünder“ am 15.10.26). Dass pflanzliche Proteinquellen eine wichtige Rolle spielen können, zeigt eine 2026 in der Fachzeitschrift „Frontiers in Sustainable Food Systems“ veröffentlichte Untersuchung. Sie verglich 20 proteinreiche Lebensmittel anhand eines Scores, der unter anderem gesundheitliche Aspekte, Zugänglichkeit und Umweltwirkungen berücksichtigt. Tofu belegte den ersten Platz; auch Chiasamen, Bohnen und Quinoa gehörten zur Spitzengruppe. Die vier bestplatzierten Lebensmittel waren damit allesamt pflanzlich.